Reiseberichte von Andreas Weniger (www.outbackskippy.de) Reisebericht Nr. 5 (25.09.2004)
Im tropischen Norden
Mittlerweile haben wir Ende September und hier in Australien hält der Frühling Einzug: Der Schnee schmilzt, die Bäume schlagen aus, die Vögel zwitschern...ups, da verwechsle ich was! Quatsch, ehrlich gesagt merkt man hier keine große Veränderung, außer dass es langsam immer wärmer wird… Aber bevor ich nun von Townsville und Magnetic Island berichte, möchte ich die letzten beiden Wochen noch mal Revue passieren lassen: Nach meinem letzten Bericht verbrachte ich noch 2 schöne Wochen auf Bills Traktor und kam immer wieder mal in den Genuss australischer Gastfreundlichkeit. Zweimal wurden wir von Bills Arbeiter Danny und seiner Verlobten Felicity zum Essen und einem darauf folgendem feucht- fröhlichen Abend eingeladen und nachdem ich bei einem Jazzfestival in Rockhampton zufällig die Chefin des Festivals kannengelernt hatte, setzte diese mich einfach zu ihren Freunden, welche den Fremden und recht verdutzten Deutschen aufs herzlichte begrüßten und zu Wein und Käse einluden. Nach einigen schönen Stunden hatte ich für diesen Abend sogar ne australische Mumy, zumindest wäre sie es gern gewesen ;o)
Obwohl ich mich hier ganz wohl fühlte, war bald die Zeit zum weiterreisen gekommen, mein Job hier war erledigt, ich hatte mal ordentlich Hummeln im Hintern und wollte mal wieder was Neues sehen. Letzten Samstag (18.Sept) verabschiedete ich mich also von Bill und nach einem leckeren Abendessen (danke Mum and Dad) startete mein Bus kurz nach 8 Uhr Richtung Norden, das etwa 750 km entfernte Townsville war mein Ziel. Das Wochenende zuvor hatte ich Christian, einen Deutschen Studenten aus Illereichen kennen gelernt, mit dem ich mich Anfang der Woche hier treffen wollte, um die Stadt und Magnetic Island zu erkunden. Da ich nachts im Bus nur sehr wenig schlafen konnte, verbrachte ich den restlichen Sonntag mit faulenzen und ein bisschen spazieren gehen, nachdem ich im „Base Backpackers” eingecheckt hatte. Gottseidank haben hier die Läden auch sonntags geöffnet, sonst hätte ich wieder in so ein Fast Food- Restaurant gehen müssen.
Montagnachmittag hab ich mich dann mit Christian getroffen, der nach einem 5-Tages Sauf, pardon, Tauchkurs in Airlie Beach noch etwas Ruhe brauchte. Trotzdem kämpften wir uns abends zu Fuß auf den Castle Hill und wurden mit einem grandiosen Sonnenuntergang belohnt. Castle Hill ist ein etwa 250 Meter hoher Felsen, der mitten in Townsville steht und einen großartigen Ausblick bietet. Danach habe ich mit einer frisch gekauften Haarschneidemaschine meiner schon viel zu langen Haarpracht den Kampf angesagt. Keine Angst, sieht wirklich besser aus und ich bin wieder um ein halbes Kilo leichter...
Dienstag, 21.Sept: Nachdem wir heute unsere sieben Sachen gepackt hatten ging es mit dem Shuttlebus des Hostels zur Fähre, wir hatten 2 Nächte auf Magnetic Island gebucht. Diese traumhaft schöne Insel liegt etwa 8 km vor der Küste und ist mit üppigem Wald (größtenteils Nationalpark) und bezaubernden Sandstränden gesäumt. Ein alter Seebär namens Captain Daniels brachte uns zu unserer Unterkunft, welche direkt am Strand mit Pool und Palmen wie im Paradies lag. Unsere Unterkünfte waren kleine 8-Bett-Hütten, etwas eng aber gemütlich. Um 3 Uhr machten wir dann mit dem Hostelbus eine kleine Inselrundfahrt, um uns etwas Orientierung zu verschaffen. Eigentlich wollten wir am nächsten Tag Fahrräder mieten um die Insel zu erkunden, aber Captain Daniels meinte, zu Fuß gäbe es das Meiste zu entdecken, außerdem sind viele Wege hier alles andere als Fahrradfreundlich. Abends machten wir dann einen kleinen Spaziergang zu einem nahegelegenen Aussichtspunkt, um diese einzigartig schöne Landschaft zu bewundern. Später lernten wir in der Unterkunft noch eine Australier und ne Österreicherin kennen, mit denen wir uns noch einige Zeit über alles Mögliche unterhielten, ehe es ins Bett ging. Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Bus um 10 Uhr nach Horseshoe Bay auf der anderen Seite der Insel, um unsere walking Tour zu starten. Hier gibt’s wirklich sehr schöne Wege, die zu herrlichen kleinen, oft menschenleeren Stränden und kleinen Bergen führen, die einen grandiosen Ausblick bieten. Mancherorts waren noch ein paar alte Bunker und Schiessmauern zu sehen, da Magnetic Island während des 2. Weltkrieges ein wichtiger militärischer Stützpunkt war. Wilde Koalas konnten wir hier zwar keine sehen, dafür aber kleine Felsenkängurus (Rock Wallabies) und ein Opossum, welches abends am Hostel nach was Fressbarem suchte. Nach einem etwa 18 km langen Fußmarsch kamen wir wieder an unserer Unterkunft an und ruhten uns am Strand oder aufm Bett aus, das unsere Füße nichts anderes mehr zuließen. Für einen 2 oder 3-Tagestrip ist Magnetic Island ideal, aber allzu lange könnte ich es hier nicht aushalten, da man ziemlich schnell alles gesehen hat und ich nicht tagelang am Strand dösen kann, brauche halt mehr Bewegung!
Donnerstags ging’s dann wieder mit der Fähre nach Townsville, wo wir uns einen stressfreien Nachmittag machten. Townsville ist echt ne schöne Stadt (Metropole Nordqueenslands) in der trotz 150.000 Einwohner alles schön und gelassen abläuft, eben typisch australisch! Am Freitagmorgen ist Christian dann weiter nach Cairns gereist, da er nächste Woche bereits Heim fliegt und übernächste Woche sein Studium weitergeht. Da Cairns oft als “Mallorca von Australien” bezeichnet wird, ziemlich teuer sein soll und es dort von Touristen nur so wimmelt, habe ich beschlossen, hier kehrt zu machen und wieder gen Süden zu reisen, wo es mittlerweile auch immer wärmer wird. Eigentlich wollte ich mich hier ja mit Mirko treffen, um dann mit ihm gemeinsam die Ostküste zu erkunden, aber er hat gerade gute Arbeit gefunden und möchte Sydney noch nicht verlassen. War schon etwas enttäuschend dass er nicht dabei ist, aber andererseits werde ich so viel mehr Leute kennen lernen und gehöre ja sowieso zu denen, die am Liebsten ihren eigenen Weg gehen. Meine beiden Hauptziele werden dabei die Whitsundays (Segeln) und Fraser Island (Camping Safari) sein. Vorher werde ich jedoch noch eine oder 2 Wochen in Bowen als Fruitpicker arbeiten, da gibt’s gerade massig Arbeit und man soll da ganz gut verdienen können.
Da ich in den nächsten Wochen nun auch auf Mirkos Laptop verzichten muss, weiß ich noch nicht wann ich den nächsten Reisebericht schreiben kann. Falls es mal wieder länger dauert, werde ich's im Gästebuch vermerken. Nochmals vielen Dank für die netten Einträge darin, macht nur weiter so! Also macht’s gut und zieht euch warm an, hab gehört es wird bei euch da oben langsam wieder frischer!
Euer Skippy
Bericht als PDF-Datei [21 KB]
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