Reiseberichte von Andreas Weniger (www.outbackskippy.de)
Reisebericht Nr. 24 vom 06.08.2005
Heimflug im Eilgang Wie bereits in den letzten Zeilen des letzten Berichtes angekündigt, hatte ich noch einen sehr gemütlichen letzten Abend in Auckland. Lyndsey war schon nach Hawaii weitergeflogen, also plante ich mit einer Mitreisenden aus Wales und 2 Deutschen aus meinem Zimmer eine kleine Kneipentour, die jedoch bei der 1. Etappe bereits zum erliegen kam. Wir hatten es uns in einem gemütlichen Irish Pub bequem gemacht, als ein paar ältere Kollegen am Nachbartisch Klampfe und irische Trommel auspackten und allen Besuchern den Abend mit Livemusik vom Feinsten versüßten. Man konnte einfach nicht mehr abhauen und als sie gegen 12 fertig waren machten wir uns ebenfalls auf den Heimweg. Dabei wurden noch ein paar schöne Nachtaufnahmen von der erleuchteten Skyline von Neuseelands größtem Kaff gemacht, ehe man sich in die Kojen verabschiedete. Da ich bereits am Nachmittag alles gepackt hatte, konnte ich morgens noch etwas ausschlafen. Nach einem schnellen Frühstück gings mit dem Shuttlebus zum Airport, wo ich trotz etwas Verwirrung am Schalter (Dank meines tollen Reiseausweises) mein Gepäck eincheckte und mir den Flughafen noch etwas genauer ansah. Nach einigen Kontrollen und Wartezeit in der Vorhalle starteten wir gegen 13.45 Uhr Ortszeit in einen heiter bis wolkigen Himmel, dem ich dank Fensterplatz wieder einige schöne Bilder entlocken konnte. Nach knapp 4 Stunden erreichten wir wieder mal Australien und nach einigen schönen Ausblicken auf Sydneys Hafen und Skyline landeten wir um 14.45 Ortszeit (hätte ich gewusst, dass ich so schnell wieder hier lande hätte ich mir die blumige Schilderung meines letzten Bildes von Australien erspart, aber wat solls). Es folgte ein mehr oder weniger hektisches Umsteigen und eine knappe Stunde später waren wir wieder in der Luft, nun war der Weg genau derselbe wie vor einem Jahr nur umgekehrt. Da der Flieger nicht so voll war konnte ich unmittelbar nach dem Start wieder an einen Fensterplatz wechseln. Wir flogen quer über den Kontinent und da es noch recht hell war konnte man einige Einzelheiten des schroffen Landes erkennen und mit der Landschaft kamen die Erinnerungen: nach 2 Stunden überflogen wir Alice Springs und ich glaubte, die Kette der MacDonell- Ranges zu erkennen. Weiter ging’s über die Gibson Desert Richtung Kimberley. Irgendwo da unten kämpfen Langer und Dave mit dem Stacheldraht oder kochen sich was am Lagerfeuer, irgendwo da unten sitzen Pat und Peter auf der Elizabeth Station mit ihren Hunden vor dem Fernseher und schauen Nachrichten, irgendwo da unten reiten Touristen auf Kamelen im Sonnenuntergang am Strand entlang…es fällt schwer zu glauben was man hier alles erlebt hat und wie schnell dieses Jahr doch zu Ende ging. Da wir gegen die Erddrehung flogen, ritten wir auf der Dämmerung fast wie auf einer Welle und der Übergang zwischen Tag und Nacht zog sich auf mehrere Stunden hinaus. Und genau bei Sonnenuntergang verließen wir den Kontinent und diese letzten Impressionen waren weitaus gewaltiger als vor 2 ½ Wochen. Es war kein schroffer Übergang von Land und Meer, sondern eine weit verzweigte Fjordartige Landschaft im Norden der menschenleeren Kimberleys, umsäumt in einem überwältigenden Abendhimmel, der mit keiner Farbe sparte. Vor uns lag der indische Ozean, nun hatte ich Australien wirklich hinter mir gelassen. Nach insgesamt 6 Stunden Flugzeit von Sydney gab es eine Zwischenlandung in Singapur gegen 20.30 Uhr und wir konnten uns auf dem Flughafen für eine knappe Stunde etwas die Füße vertreten. Am kostenlosen Terminal stellte ich noch einen letzten Zwischengruß ins Gästebuch meiner Seite und nach einer kleinen Katzenwäsche ging’s wieder ins Flugzeug, das diesmal wirklich voll war, besonders mit deutschen Urlaubern. Mit 12 Stunden stand nun der längste Flug bevor, der mich nun endlich wieder in die Heimat bringen sollte. Es war saueng und ich hatte auch keinen Fensterplatz, aber es war ja sowieso Nacht und man konnte keinerlei Einzelheiten auf dem Erdboden sehen. Neben 2 knappen Stunden Schlaf verbrachte ich die Zeit damit, mir einige Programme und Kinofilme anzuschauen oder die Flugroute mit allen möglichen Angaben zu verfolgen. Manchmal vertrat ich mir die Füße und schaute dann ein wenig aus dem Fenster in die Dunkelheit. Der Boden war pechschwarz, doch am Himmel konnte ich einige Sternbilder ausmachen. Ein guter Begleiter und Wegweiser, das schon vertraute Kreuz des Südens, fiel langsam unter den Horizont, während auf der Nordseite der große Wagen immer höher stieg. Dazu gesellte sich der volle Mond, der sich nun wieder richtig herum drehte. Während der letzten 4 Stunden machte sich nun auch immer mehr die Morgendämmerung bemerkbar, die sich hinter uns nach und nach zu voller Pracht entfaltete. Der Mond ging langsam unter und wir waren wieder über deutschem Luftraum. Pünktlich um 5.40Uhr landeten wir in Frankfurt, ich hatte seit 50 Wochen, 2 Tagen, 5 Stunden und 45 Minuten erstmals wieder deutschen Boden unter den Füßen. Die Ankunftshalle war wie ausgestorben und nachdem ich mein Gepäck abgeholt hatte, wurde ich von meiner Family wieder aufs Herzlichste begrüßt. I AM BACK!!!!!!
Wäre ich planmäßig erst montagnachmittags eingetroffen, wären noch einige Freunde dabei gewesen, aber um diese Uhrzeit kann man das keinem zumuten. Dafür gab’s Abends noch eine Welcome- Party, wo ich von vielen meiner Kollegen, u. a. der Männerauslese (Fastnachtstanz) mit Pokalen, Transparenten und Nachwuchs begrüßt wurde. War ein echt geiler Abend, den wir in gemütlicher Runde in der Garage verbrachten, bis ich gegen Mitternacht wie ein Stein in mein eigenes Bett wieder fiel. Mittlerweile bin ich schon wieder seit 2 ½ Wochen daheim, habe mich wieder gut eingelebt und an den deutschen Alltag gewöhnt. In 3 Tagen habe ich meine insgesamt 5500 (!) Bilder sortiert und die besten bei meiner Comeback- Feier am 29.7. vor versammelter Meute in der Garage (Sauwetter) in einem gelungenen Jahresrückblick präsentierte. Seit dem 1. August arbeite ich wieder in meiner alten Firma als Ferienhelfer für insgesamt 8 Wochen. In den nächsten Tagen wird sich dann herausstellen, wo ich ab Oktober studieren werde, es werden also in absehbarer Zeit noch so einige Veränderungen auf mich zukommen. Jedenfalls wird diese Seite mit ihren Bildern und Berichten weiter existieren, um Kontakte aufrecht zu erhalten, künftige Down- Under- Reisende zu informieren und das Andenken an mein bisher größtes Abenteuer zu erhalten. Am Ende dieses letzten Berichtes möchte ich mich noch mal bei allen Seitenbesuchern und aktiven sowie passiven Mitreisenden bedanken. Eure Freundschaft, Gästebucheinträge und netten Emails haben mir die Kraft gegeben, dieses Abenteuer durchzuziehen, auch wenn es mal schlechtere Zeiten gab. Auch wenn Australien nun Vergangenheit ist, Erlebnisse, Freundschaften und Erfahrungen haben mich für mein weiteres Leben geprägt und werden hoffentlich nie verloren gehen. In diesem Sinne Macht´s gut, viel Glück und Erfolg in Zukunft and see ya later, we keep staying in touch!!!
DAS ABENTEUER IST ZU ENDE, DAS LEBEN GEHT WEITER
Andy (still awesome and forever Aussie! )
Bericht als PDF-Datei [13 KB]
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